Autor: Christian

Warum in die Wildnis fahren?

Wilde Preiselbeere
Wilde Preiselbeere

Ende Juli bieten wir 18 bis 25 Jahre alten Männern Gelegenheit, sich in der Wildnis intensiv mit einer wichtigen Lebensfrage auseinander zu setzen. Die Natur unterstützt uns darin, unser Denken auf das Wesentliche zu konzentrieren. Sie spiegelt dabei im Außen, was wir im Innen tragen und macht es dadurch sichtbar und verständlich.

Warum macht „Mann“ so etwas? Warum sollte ich hinaus gehen, in die Wildnis, fern der Annehmlichkeiten der Zivilisation? Warum sollte ich mich mit mir selbst beschäftigen?

Die Antworten darauf sind so unterschiedlich, wie die Männer, die hinaus gehen. Für mich ist die Klarheit und Stille der Natur und der offene und wertschätzende Kontakt zu anderen Männern eine Erfahrung, die ich bei Feuerwasser besonders intensiv erlebe. Deshalb fahre ich mit.

Der Amokflieger und Wir Alle

Rund um die Welt sind Menschen schockiert, dass ein Mann, der Verantwortung für ein Flugzeug voll Menschen trug, sich und 149 Passagiere in den Tod riss. Es scheint ein Reflex zu sein, von Geisteskrankheit zu sprechen. Oder davon, dass das zwar eine Tragödie sei, aber nichts gegen die Millionen Kriegsopfer, Verhungernden, ja sogar tausenden Verkehrsopfer.

Ich finde beide Sichtweisen nachvollziehbar, aber nicht wirklich hilfreich, denn sie gehen dem Problem nicht auf den Grund, sondern erschöpfen sich mit der Betrachtung der Oberfläche. Spannend finde ich Fragen wie: wie kann es so weit kommen, dass ein Mensch das Töten seiner selbst und anderer Menschen als die beste Option sieht? Wieso scheint unsere Zeit immer mehr solche Situationen zu produzieren? Warum gibt es für so verzweifelte Menschen keine Unterstützung, bevor es zu spät ist. Und schließlich auch: warum sind es fast immer Männer, die solche Gewalttaten begehen?

Auf diese Fragen habe ich keine wirklichen Antworten, nur Ahnungen. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass diese Fragen mich persönlich weiter bringen. Für mich ist die Frage nach der persönlichen Verstrickung viel näher. Wie gehe ich mit gewalttätigen Impulsen um? Was habe ich für Möglichkeiten in schwierigen Situationen klar zu kommen? Und wie gehe ich mit meinen Mitmenschen, besonders denen, die eine Krise durchmachen, um?

Tief berührt hat mich dieser vor zwei Jahren geschriebene Brief des Zen-Mönchs Bruder Pháp Lu’u an den Amokläufer aus Newton. Pháp Lu’u schreibt von Angst, Einsamkeit und von Gemeinschaft. Und er schreibt davon, dass wir überlebende ein schweres Erbe tragen, denn wir müssen die Gefühle, die den Täter zu seiner Gewalttat bewegt haben, in uns selbst erkennen und verstehen, um sie zu überwinden.

Ich glaube, dass der erste Schritt dahin für jeden Mann und jede Frau die Selbstkenntnis und -erkenntnis ist. Nur wer sich selbst kennen und auch annehmen lernt, kann mit seinen Schattenseiten umgehen und sie umwandeln in eine positive Kraft.

Im Männersache e.V. geben wir Gelegenheit die Verbundenheit mit der Natur zu spüren und den Frieden zu erleben, der darin steckt. Die Gruppe unterstützt dabei jeden Einzelnen und schenkt Achtung und Respekt – egal, was er leistet oder darstellt. Das schafft einen Raum, in dem jeder ermutigt wird, sich so zu zeigen, wie er ist. Das gilt insbesondere für die jungen Männer, die bei Feuerwasser und Wüstenfeuer hinaus gehen.

Das ist ganz sicher nicht die Lösung für alle Probleme – wir können und wollen zum Beispiel keine Therapie für psychisch Kranke anbieten. Es kann aber der Anfang auf einem Weg zur eigenen Kraft und Klarheit sein.

Früchte des Lebens

Ein Pilz wächst und bringt einen schönen roten Hut hervor. Für irgendeinTier dient der Pilz als Nahrung. So entsteht ein Kreislauf, bei dem einer für den anderen sorgt und nichts verschwendet wird.


In der Natur dient eine Frucht oft als Nahrung für Tiere  Die Pflanze, die viel Kraft und Energie in das Wachsen und reifen der Frucht investiert hat, kann sich darüber freuen (was jetzt ganz sicher ein Anthropomorphismus ist), denn das Tier trägt den Samen in die Welt. Irgend ein Samen fällt vielleicht auf fruchtbaren Boden und wächst: die Pflanze breitet sich aus, ihre Kinder leben weiter.

Auch wir Menschen bringen Früchte hervor: Arbeit, Ideen, Kunst und vieles mehr. Und auch diese Früchte werden von anderen Menschen aufgenommen, in die Welt getragen und einige verwurzeln sich und treiben neue Blüten und Früchte hervor.

Was sollen die Früchte meines Lebens sein? Was will ich hervorbringen? Was wächst bei mir für andere Menschen? Und was wächst fùr mich? Wo wachsen die Früchte, die mich nähren?

Diese und andere Fragen kannst Du in der schwedischen Wildnis klären, wenn Du bei Feuerwasser 2015 im Juli dabei bist.

Neue Website Online

Endlich haben wir es geschafft: die neue Website des Männersache e.V. ist online!

Die bisherige Website www.maennersache-ev.de ist wunderschön. Sie hat den Nachteil, dass sie ziemlich statisch ist. Die neue Website www.maennersache-ev.org ist einfach zu ändern und zu ergänzen. Wir hoffen, dass wir dadurch in Zukunft die Angebote und das Geschehen im Verein aktueller berichten können.

Ja, ich weiß, dass noch nicht alle Veranstaltungen für 2015 beschrieben sind … kommt noch. 🙂

Wir werden beide Websites eine Zeitlang nebeneinander betreiben. Wenn alle Inhalte übernommen sind, werden wir maennersache-ev.de und maennersache-ev.org zusammenführen.

Warum bauen Jungs immer Schwerter?

Tagesworkshop mit Armin H. Klein für ErzieherInnen, LehrerInnen und Eltern

in Kooperation mit der VHS Bremen

Jungs prügeln sich gerne und hören schlecht. Nicht immer ist es einfach, sie zu erreichen und in die Gruppe, Klasse oder Familie richtig zu integrieren. Der Workshoptag richtet sich an Eltern, ErzieherInnen und LehrerInnen, die ein besseres Verständnis für Jungen entwickeln wollen. Mit Hilfe von Vortrag, Übungen und Geschichten sowie Fragen und Themen aus dem Alltag der Teilnehmenden soll der Umgang mit Jungen erleichtert werden, so dass sich auch die Jungen dann wieder wohler fühlen.

Termine: auf Anfrage